Technik, Taktik, Trainingsziele- Workshop beim BCA begeistert Jung und Alt

Es ist kurz nach 9 Uhr morgens, als Projekttrainerin Oliwia Zimniewska die Altenkirchener Sporthalle betritt, im Gepäck viel Übungsmaterial und fetzige Musik, vor allem aber jede Menge innovative Trainingsideen. In der Halle ist es noch ruhig an diesem Sonntagmorgen, sechs Badmintonnetze warten auf ihren Einsatz, warten auf die Spieler*innern, die zum Trainingsworkshop in Altenkirchen erwartet werden. Die Gastgeber vom Badminton Club Altenkirchen bauen am Spielfeldrand ein kleines Buffet auf für die Gäste, während die Trainerin nach und nach eine Vielzahl erstaunlicher Requisiten aus ihren Taschen zaubert: bunte Hütchen und Plättchen, eine Metallstange mit einem Stück Stoff daran, rechteckige flache Platten, die mit Zahlen beschriftet sind. Die für diesen Tag wichtigsten Requisiten – ihre Badmintonschläger – bringen jedoch die Spieler*innen selbst mit, die in der Zwischenzeit die Halle betreten haben. Nicht nur aus Altenkirchen, sondern aus Bad Marienberg, Betzdorf, Gebhardshain und sogar aus Marburg in Hessen sind an diesem 27. Januar badmintonbegeisterte Menschen nach Altenkirchen gekommen, jede*r einzelne mit großer Motivation und genauso großen Erwartungen an diesen besonderen Workshop. Einige von ihnen kennen Oliwia schon, haben bereits einen ihrer Workshops besucht und waren begeistert, aber für viele ist es eine völlig neue Erfahrung. Entsprechend groß ist die Spannung, die den Sportler*innen ins Gesicht geschrieben steht, als die Trainerin schließlich alle begrüßt und das Programm erläutert, das die Anwesenden erwartet.

 

Die Dehnübungen zum Anfang helfen den Muskeln warm zu werden, dann schickt die Trainerin alle Spieler*innen gemeinsam auf eines der Badmintonfelder, denn es steht ein Aufwärmspiel der besonderen Art an. Bewaffnet mit ihren Badmintonschlägern teilen sich die Spieler*innen in zwei Gruppen auf, jede davon positioniert sich auf einer Seite des Netzes. Es soll Rundlauf gespielt werden – „das kennen wir, alles klar“, denken sich die Anwesenden, doch sie haben sich zu früh gefreut, denn dieser Rundlauf hält einige Tücken bereit. Vor dem Schlag muss jeder Spieler, jede Spielerin den Namen des Gegenübers rufen – gar kein leichtes Unterfangen für zwanzig Menschen, die sich zum Teil an diesem Tag das erste Mal begegnet sind. Doch die Trainerin verfolgt einen Plan, hinter der Übung verbirgt sich viel mehr als nur ein gegenseitiges Kennenlernen: hinterher kann sie die Spielstärke der Anwesenden einschätzen und teilt alle in passende Kleingruppen auf, die für die nächsten Stunden gemeinsam Übungen absolvieren sollen.

 

Nun offenbart sich nach und nach der Zweck der geheimnisvollen Requisiten: mit den bunten Plättchen und Hütchen werden bestimmte Punkte auf dem Spielfeld markiert, die beim Schlag mit dem Badmintonschläger anvisiert werden können, mithilfe der nummerierten Bodenplatte lässt sich der für Badminton so wichtige „Umsprung“ Schritt für Schritt nachvollziehen und einüben, und an der Metallstange werden Aushol- und Schlagbewegung simuliert. Bei vielen Teilnehmenden stellen sich Aha-Effekte ein, denn die leicht verständlichen, aber äußerst effektiven Übungen zeigen Wirkung. Nach einigen Wiederholungen sitzen die Bewegungsabläufe, die Schläge werden sicherer, die Beinarbeit routinierter. Gegen Mittag gönnt Oliwia den Spieler*innen eine Pause, die sich alle auch redlich verdient haben.

 

Als alle sich nach der Pause wieder gestärkt und halbwegs ausgeruht um die Trainerin versammeln warten auf den Feldern bereits verschiedene Stationen, die nach einer kurzen Aufwärmphase von allen Teilnehmenden durchlaufen werden. Das Repertoire der Übungen ist erneut groß, es werden in unterschiedlichen Konstellationen die wichtigsten Angriffs- und Abwehrschläge eingeübt. Die Übungen sind anstrengend, und alle sind schon lange auf den Beinen, aber die Trainerin weiß genau, wie sie müde Sportler*innen wieder motivieren kann. So hält die Gruppe durch, bis schließlich alle Teams jede Station einmal durchlaufen haben. Nun setzt sich die Gruppe in einem großen Kreis auf den Boden, Oliwia zeigt Dehnübungen, die zur Vermeidung von Verletzungen besonders geeignet sind. Es ist 17 Uhr, als die Trainerin den Workshop beendet, sich für die Teilnahme bedankt und allen noch eine gute Heimreise wünscht. Sie wird unter Applaus von den Teilnehmenden verabschiedet, viele gehen auf sie zu und bedanken sich. Allgemein ist man sich einig, dass sich die Mühen gelohnt haben. Wenn die Spieler*innen nun auseinandergehen und zu ihren jeweiligen Vereinen zurückkehren, nehmen sie viele wertvolle Anregungen, Tipps und Tricks mit, die das eigene Training bereichern und sinnvoll ergänzen. Auch die Gastgeber vom Badminton Club Altenkirchen sind begeistert von dieser gelungenen Premiere, sie freuen sich schon darauf, die Projekttrainerin am 14. April erneut in Altenkirchen begrüßen zu dürfen, diesmal zum Workshop für die Altersklassen U15 und U17. Vor allem aber ist man in Altenkirchen dankbar für das große Interesse und die zahlreiche Teilnahme und freut sich schon darauf, Mitte April wieder möglichst viele Spielerinnen und Spieler von überall her begrüßen zu dürfen.